Geschichten spannend erzählen

Rot, frech, ungewöhnlich im Format und der Inhalt eine Wohltat fürs Auge – so kommt das neue Buch von Dan Roam daher.
Schon das Inhaltsverzeichnis ist ein kleines Kunstwerk. Man hat gleich große Lust auf mehr.

Spannende Geschichten mit Illustrationen erzählen, das will uns der Autor vermitteln.

In Teil 1 lernt man zunächst das „Blablameter“ kennen, ehe man die Anwendung desselben mittels der „Blablameter-Skala“ in Angriff nehmen kann.

Stellen Sie sich vor, Sie haben eine Idee, die Sie aber irgendwie anderen nicht so recht vermitteln können. Die Begeisterung will einfach nicht überspringen. Natürlich kann es daran liegen, dass Ihre Idee einfach niemanden begeistert, aber das wollen wir erst gar nicht in Erwägung ziehen. Wahrscheinlicher ist, dass Ihrer Idee die Vermittelbarkeit fehlt. Und schon sind wir auch beim Kern des Problems. Vermittelbarkeit, der Begriff lässt gleich jeden halbwegs Kreativen erschaudern. Noch ein paar mehr davon und niemand hört mehr zu.

Ganz anders, wenn die Idee illustriert daher kommt. Durch das Hinzufügen des Visuellen, wird aus guter mündlicher Kommunikation eine großartige.
Lebendiges Denken zeigt, wie eine bereits verständliche Idee glasklar wird, so verfeinert, dass man gar nicht anders kann, als sie zu begreifen, teilt uns der Autor auf verständliche Weise mit. Aber nicht nur verbal verständliche Ideen werden anschaulicher, leicht verworrene Ideen werden durch Illustrationen auch für deren Erfinder deutlicher und damit allgemein verständlicher. Viel leichter lassen sich so Schwachstellen erkennen.

Kapitel 5 des Buches hat mir ganz  besonders gut gefallen. Hier geht es um die „Grammatik des lebendigen Denkens“.

Es gibt wohl kaum etwas, das unsere Aufmerksamkeit schneller beendet als die Ankündigung: Wir lernen jetzt Grammatik. Sofort geht unser Hirn in die Totalverweigerung, unsere Augen trüben sich und die Ohren schalten auf Durchzug.
Dan Roam sagt, dass nur ein echter Idiot ein Businessbuch mit „Die Grammatik des ….. irgendetwas“ überschreiben würde. Und dann schreibt er weiter: „Zum Glück haben wir ja die beiden letzten Kapitel mit der Feststellung verbracht, dass wir Halbidioten sind.“ Dann widmet er sich dem eigentlichen Thema: „Verbale Grammatik in vier Stichpunkten und zwei Bildern“.

So, nun sind genug Worte gewechselt. Es werden dringend Bilder benötigt.

Was genau es mit dem Blablameter auf sich hat, lesen sie in der folgenden Leseprobe:

Darf ich vorstellen: das Blablameter
Ernest Hemingway, jener Autor, der am ehesten dafür bekannt ist, Sprache so wortfrei wie möglich zu halten, sagte einmal, das Beste, was ein ehrgeiziger Schriftsteller tun könne, sei »einen eingebauten Dünnschiss-Detektor zu entwickeln«. Was damals galt, gilt heute umso mehr: Wir müssen achtgeben, wenn wir mit Dünnschiss konfrontiert werden, und ebenso sehr müssen wir uns bewusst sein, wenn wir diejenigen sind, die Dünnschiss produzieren. Was man mit Bestimmtheit über die Welt des Blabla sagen kann, ist, dass sie nicht einheitlich aussieht. Es gibt alle möglichen Sorten von Blabla: zu viele Wörter, die falschen Wörter, unverständliche Wörter, irreführende Wörter. Wir brauchen weitaus mehr als eine Schaufel, um uns da hindurchzuarbeiten.

 

Wie wär’s mit einem eingebauten Blabla-Detektor?
Bei einem Meeting, während einer Konferenz, im Unterricht, beim Nachrichtensehen, beim Twittern – wäre es nicht toll, wenn wir ein Gerät hätten, das alle eingehenden Wörter filtert und rasch die Signale aus dem Rauschen herauslöst? Was wir brauchen, ist eine Art Blabla-Detektor, eine schnelle Methode, um festzustellen, was das Zuhören lohnt und was nicht. Bauen wir uns doch einen. Bauen wir ein Blablameter.

Was das Blablameter kann
Unser Blablameter ist ein Gerät, mit dem wir herausfinden können, welche Wörter effektiv eingesetzt werden und welche nicht. Wenn wir das Blablameter auf eine verbale Quelle richten, nimmt es die Wörter auf und verarbeitet sie anhand von vier unterschiedlichen Filtern, dann wird der Blablatext auf einer Skala ausgegeben. Gut verwendete Wörter – Wörter, die eine eindeutige Aussa- ge haben, eine vernünftige Idee beschreiben und in guter Absicht geäußert wurden – werden auf der Null-Seite der Skala abgelegt (»kein Blabla«). Wörter, die den gröbsten Missbrauch von Sprache repräsentieren – Wörter, die eine irreführende Aussage enthalten und den Zweck haben, uns vom Erkennen einer ungeheuer schlechten Idee abzuhalten –, werden auf dem höchsten Blabla-Level abgelegt. Zwischen diesen beiden Extremen finden wir jene Wörter, die einfach langweilig oder ungewollt verwirrend sind.

Je nach Messergebnis wissen wir dann, ob wir die Werkzeuge dieses Buches benötigen, um eine bestimmte Folge von Wörtern zu verbessern – und falls ja, welche Werkzeuge wir anwenden sollen, um sicherzustellen, dass die tatsächliche Aussage transportiert wird und Gehör findet. Bis wir am Ende angelangt sind, steht uns das komplette Blablameter zur Verfügung, und wir wissen, wie man damit umgeht. In seiner Gesamtheit sieht das Blablameter so aus.

Im Redline Verlag sind bereits sein Bestseller „Auf der Serviette erklärt“ und das dazugehörige Arbeitsbuch erschienen.

Bla Bla Bla
Spannende Geschichten mit Illustrationen erzählen
Dan Roam, erschienen im Redline Verlag € 22,00

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